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NS-Vermittlungszentrum: Geyer hält Polizeigebäude für 2033 für unrealistisch
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Die Debatte um den Standort des geplanten NS-Vermittlungszentrums geht weiter. Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer zeigt Verständnis für den Wunsch, das historische Polizeigebäude einzubeziehen. Als alleinigen Standort hält er es jedoch nicht für realistisch. Das Zentrum soll deshalb weiterhin im Deutschen Haus entstehen.
Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer hält am Deutschen Haus als Standort für das geplante NS-Vermittlungszentrum fest. Einen offenen Brief, in dem erneut das historische Polizeigebäude ins Gespräch gebracht wurde, nehme er ernst. Für die Stadt seien allerdings nicht nur historische, sondern auch praktische Kriterien entscheidend.
Das Polizeigebäude werde noch genutzt, gehöre nicht der Stadt und sei bislang nicht umfassend auf seinen Sanierungsbedarf geprüft worden. „Kaufpreis, Sanierung – alles ist aus meiner Sicht vollkommen unkalkulierbar“, sagte Geyer.
Hinzu kommt der politische Zeitplan. Das Vermittlungszentrum soll spätestens 2033 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das Jahr besitzt besondere Bedeutung, weil sich der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft dann zum 100. Mal jährt.
Mit dem Polizeigebäude allein sei dieses Ziel nach Einschätzung Geyers nicht zu erreichen. „Der Zeitplan 2033 mit dem NS-Vermittlungszentrum im Polizeigebäude ist absolut illusorisch“, sagte der Oberbürgermeister. Im ungünstigsten Fall wäre eine Umsetzung dort möglicherweise erst 2038 oder 2040 möglich.
Ganz außen vor bleiben soll das historische Gebäude dennoch nicht. Geyer kann sich vorstellen, später einzelne Räume – etwa ehemalige Hafträume – als ergänzenden historischen Lernort einzubeziehen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die künftigen Eigentums- und Nutzungsverhältnisse dies zulassen.
„Mit, aber eben nicht alleine“, beschrieb Geyer die mögliche Rolle des Polizeigebäudes.
Wichtig sei außerdem, zwei Projekte nicht miteinander zu vermischen: Die Sanierung des Deutschen Hauses und die Einrichtung des NS-Vermittlungszentrums seien planerisch voneinander getrennte Vorhaben. „Es ist halt zufälligerweise im selben Gebäude“, sagte Geyer.
