Ausschuss gibt grünes Licht für Sirenennetz in Flensburg

 |  von Thomsen / Foerde.news

Stadt baut analoges Alarmsystem auf - Foto: Thomsen

Flensburg – Flensburg soll ein flächendeckendes Sirenennetz erhalten. Der Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung hat sich am Mittwoch mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Aufbau voranzutreiben. Nach derzeitiger Planung werden 35 Standorte benötigt. Die Kosten liegen bei 980.000 Euro, knapp die Hälfte soll das Land fördern.

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Flensburg treibt den Aufbau eines stadtweiten Sirenennetzes voran. Im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung wurde der entsprechende Durchführungsbeschluss am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Ziel ist es, die Bevölkerung bei Gefahrenlagen künftig schneller und flächendeckend warnen zu können.

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Grundlage der Planung sind nach Angaben der Verwaltung ein Schallgutachten, eigene Markterkundungen und Erfahrungen anderer Kommunen. Daraus ergebe sich, dass wegen der besonderen Topografie Flensburgs und der teils dichten Bebauung insgesamt 35 Sirenenstandorte erforderlich seien. Vorrangig sollen die Anlagen auf öffentlichen Gebäuden installiert werden. Wo das nicht möglich ist, kommen Standorte im öffentlichen Raum oder auf privaten Flächen in Betracht.

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Carsten Herzog, Leiter der Flensburger Berufsfeuerwehr, verwies im Ausschuss auf frühere Vorlagen aus den Jahren 2021 und 2023, auf denen die jetzige Beschlussvorlage aufbaue. Damals seien erste Zwischenberichte und ein Warnkonzept vorgestellt worden. Inzwischen ließen sich Zahl und technischer Bedarf deutlich präziser benennen. Sirenen seien als sofort wahrnehmbare Warnmittel eine wichtige Ergänzung zu digitalen Systemen wie Warn-Apps oder Cell Broadcast. Gerade dann, wenn Handys nicht griffbereit seien, stummgeschaltet würden oder einzelne Bevölkerungsgruppen digital nicht erreicht würden, bleibe die akustische Warnung wichtig.

Als zusätzliche Argumente nannte Herzog sowohl die geopolitische Lage als auch die Folgen des Klimawandels. Ereignisse wie die Flutkatastrophe im Ahrtal hätten gezeigt, wie entscheidend eine schnell funktionierende Warninfrastruktur im Ernstfall sei.

Die Kosten für das Vorhaben werden auf durchschnittlich 28.000 Euro pro Standort geschätzt. Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von 980.000 Euro. Das Land Schleswig-Holstein stellt nach derzeitiger Planung bis zu 449.939 Euro bereit. Rechnerisch entspricht das einer Förderung von rund 46 Prozent.

Die Investitionen sollen über mehrere Jahre verteilt werden. Für 2026 sind 140.000 Euro vorgesehen, womit nach derzeitiger Planung fünf Sirenen errichtet werden sollen. 2027 sind 392.000 Euro für 14 Standorte eingeplant, 2028 weitere 224.000 Euro für acht Sirenen. Im Jahr 2029 sollen mit nochmals 224.000 Euro die letzten acht Standorte folgen.

Zusätzlich rechnet die Verwaltung nach Fertigstellung mit laufenden Kosten für Wartung, Unterhaltung, Strom und mögliche Mieten. Dafür werden 1000 Euro pro Standort und Jahr angesetzt.

Im Ausschuss wurde vor allem über die Finanzierung diskutiert. Vertreter der Verwaltung betonten, dass mit der Vorlage kein zusätzlicher Mittelbedarf über die bisherige Finanzplanung hinaus ausgelöst werden solle. Vielmehr gehe es darum, den politischen Grundsatzbeschluss für die Umsetzung zu fassen und die Mittel in den kommenden Haushalten entsprechend einzuplanen. Zugleich räumte die Verwaltung ein, dass die tatsächlichen Kosten erst nach Ausschreibungen und konkreter Standortfestlegung endgültig feststehen werden.

Kritik kam im Ausschuss vor allem mit Blick auf die Haushaltslage und die Begründung des Projekts. Ein Ergänzungsantrag, der die Vorlage ablehnen sollte, fand jedoch keine Mehrheit. Am Ende sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für den Aufbau des Sirenennetzes aus.

Mit dem Votum ist der Weg für die weiteren Planungen frei. Bis alle 35 Standorte errichtet sind, dürfte es allerdings noch mehrere Jahre dauern.