AfD-Infostand und „Hoffnung strahlt hell“: Flensburg steht vor politisch aufgeladenem Samstag

 |  von Thomsen / Foerde.news

AfD-Infostand und Lichterkundgebung: Flensburg im politischen Spannungsfeld - Archivfoto: Thomsen

Flensburg – In der Flensburger Innenstadt steht am Samstag, 24. Januar 2026, ein politisch aufregender Tag bevor. Am Vormittag richtet der AfD-Regionalverband Flensburg-Schleswig einen Infostand auf dem Nordermarkt aus, am späten Nachmittag ist auf dem Südermarkt eine Lichterkundgebung für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt unter dem Motto „Hoffnung strahlt hell“ geplant. Die Polizei stellt sich auf ein größeres Kräfteaufgebot und mögliche Verkehrseinschränkungen ein.

- Anzeige -

Der AfD-Infostand soll nach Angaben des Kreisverbandes von 10 bis 13 Uhr auf dem Nordermarkt stattfinden. Ziel sei es, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und Informationsmaterial zu verteilen. „Wir wollen, dass die Leute sich selbst informieren können“, erklärte der Kreisvorsitzende des AfD-Regionalverbandes Flensburg-Schleswig, Martin Neubauer, im Gespräch mit Förde.news. Infostände seien in der Vergangenheit zu wenig genutzt worden, das solle sich nun ändern.

- Anzeige -
Anzeige

Neubauer kündigte an, der Regionalverband wolle derartige Informationsstände künftig regelmäßig im gesamten Kreisgebiet anbieten – „fast wöchentlich“ bis zur Landtagswahl. Perspektivisch strebe man zudem an, die bisherige Struktur des Regionalverbandes Flensburg-Schleswig wieder in eigenständige Stadtverbände zu überführen, dies hänge jedoch auch von den Mitgliederzahlen ab.

- Anzeige -

Mit Blick auf möglichen Protest gegen den Infostand rechnet Neubauer nach eigenen Worten mit Widerstand, vor allem in Flensburg. Man sei das gewohnt und „resistent“ dagegen, sagte er. Auch in ländlicheren Regionen trete regelmäßig Widerspruch gegen die Partei auf, etwa durch kleinere Initiativen.

Am Nachmittag verlagert sich der politische Schwerpunkt auf den Südermarkt. Unter dem Motto „Hoffnung strahlt hell – Kundgebung für Vielfalt und Zusammenhalt“ rufen verschiedene Initiativen, Vereine und Gruppierungen von 16.30 bis 18.30 Uhr zu einer friedlichen Lichteraktion auf. Im Aufruf heißt es, man wolle „inmitten der Herausforderungen unserer Zeit“ ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Demokratie und eine weltoffene Gesellschaft setzen. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren fand eine ähnliche Demo statt, wo damals rund 10.000 Menschen dran teil genommen haben.

Die Veranstalter betonen, dass der Ton in der gesellschaftlichen Debatte rauer geworden sei und „rechte und rassistische Tendenzen ein gefährlicher Motor für Polarisierung“ seien. Umso wichtiger sei es, sich klar zu einer vielfältigen und demokratischen Zukunft zu bekennen. Im Mittelpunkt der Kundgebung sollen nach eigenen Angaben die Themen und Anliegen der Flensburger Bevölkerung sowie der beteiligten Initiativen stehen.

Geplant ist ein „Lichtermeer“ auf dem Südermarkt: Die Teilnehmenden sind aufgerufen, Laternen, Kerzen oder die Taschenlampenfunktion ihrer Smartphones mitzubringen. Jede und jeder könne einen Beitrag leisten, heißt es in dem Aufruf, um zu zeigen, dass Flensburg ein Ort des Miteinanders, der Hoffnung und des Engagements für eine bessere Zukunft sei.

Zeitlich ist die Veranstaltung bewusst in die Nähe des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus gerückt. Der 27. Januar, der an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert, wurde vor 30 Jahren vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum offiziellen „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärt. Einige Tage vor diesem Datum wollen die Organisatorinnen und Organisatoren mit der Lichterkundgebung ein Zeichen für Erinnerungskultur und demokratische Werte setzen.

Wie der Polizeipressesprecher Lars Woldt von der Polizeidirektion Flensburg auf Nachfrage mitteilte, bereitet sich die Polizei auf einen einsatzreichen Tag vor. Aufgrund der Erfahrung mit ähnlichen Veranstaltungen sei davon auszugehen, dass es im Umfeld des AfD-Infostands zu Gegenprotesten kommen könne. Die Polizei werde daher mit einem verstärkten Kräfteaufgebot rund um den Nordermarkt präsent sein.

Im Zuge des Einsatzes kann es zu Behinderungen im Innenstadtverkehr kommen, insbesondere im Bereich der Schiffbrücke, wo Einsatzfahrzeuge abgestellt werden könnten.

Damit stehen sich am Samstag zwei sehr unterschiedliche politische Signale in der Flensburger Innenstadt gegenüber: Information und Präsenz der AfD am Vormittag, ein Lichtermeer für Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt am späten Nachmittag.