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75 Jahre Kraftfahrt-Bundesamt: Ein Meilenstein für die Verkehrssicherheit
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Seit seiner Gründung im Jahr 1951 hat sich das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg zu einer der bekanntesten Bundesbehörden entwickelt. Im Jubiläumsjahr stehen ein Festakt und ein Tag der offenen Tür auf dem Programm. Zugleich richtet die Behörde den Blick auf die Mobilität der Zukunft.
Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wird 75 Jahre alt. Seit seiner Gründung im Jahr 1951 hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine beachtliche Entwicklung genommen. In den vergangenen Jahrzehnten festigte es seine Position als unverzichtbare Institution für die Verkehrssicherheit in Deutschland.
Über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg passte das KBA seine Aufgaben fortlaufend an die veränderten gesellschaftlichen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen an. In seinen verschiedenen Tätigkeitsbereichen entwickelte die Behörde dabei eine hohe fachliche Kompetenz.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger würdigt die Arbeit der Flensburger Behörde: „Ich gratuliere herzlich zu 75 Jahren Kraftfahrt-Bundesamt. Diese Zahl steht für ein Dreivierteljahrhundert Straßenverkehrssicherheit, Innovation und Zuverlässigkeit.“
Das KBA sei eine Behörde, die stets am Puls der Zeit arbeite. Als Beispiele nennt Bilger Typgenehmigungen, die Marktüberwachung, den digitalen Fahrzeugschein sowie die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, die Bürgerinnen und Bürger inzwischen unbürokratisch online erledigen könnten.
„Unter den europäischen Register- und Typgenehmigungsbehörden gehört das Kraftfahrt-Bundesamt zu den renommiertesten und genießt international höchstes Ansehen“, erklärt der Minister. Er dankt allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Ein bevorstehendes Projekt sei „i-Kfz-Bund“. Dabei soll die internetbasierte Fahrzeugzulassung zentralisiert werden. Nach Angaben des Ministers sollen dadurch mehr als 400 Zulassungsbehörden vor Ort entlastet werden.
Festakt und Tag der offenen Tür
Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der offizielle Festakt am 4. August 2026 im Kraftfahrt-Bundesamt. An der Veranstaltung nimmt auch Verkehrsstaatssekretär Stefan Schnorr teil. Unter dem Motto „Wir punkten mit Verkehrssicherheit – seit 75 Jahren“ begeht die Behörde ihr Jubiläum.
KBA-Präsident Richard Damm hebt die Verdienste der Beschäftigten hervor: „Dass wir alle gemeinsam dieses Jubiläum erleben können, ist dem hohen Engagement von Generationen von Beschäftigten zu verdanken.“
Sie hätten ihre Expertise in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen mit großem Einsatz und hoher Motivation eingebracht und das KBA bis in die heutige digitale Welt geführt.
„Mit Technologieoffenheit und Fachkompetenz schaffen wir auch weiterhin die Grundlagen für mehr Verkehrssicherheit – in Deutschland und in Europa“, erklärt Damm. Dabei folge die Behörde weiterhin ihrem Leitbild: „Gemeinsam für Verkehrssicherheit.“
Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten lädt das Kraftfahrt-Bundesamt außerdem für Samstag, 8. August 2026, zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 10 bis 16 Uhr können Interessierte einen Einblick in die Arbeit der Behörde erhalten.
Das Angebot richtet sich unter anderem an Familien mit Kindern, Oldtimer-Liebhaber und alle, die mehr über Verkehrssicherheit und die Entwicklung des Straßenverkehrs erfahren möchten.
Von der Nachkriegszeit bis ins digitale Zeitalter
Die Geschichte des Kraftfahrt-Bundesamtes reicht bis in die frühe Nachkriegszeit zurück. Im Jahr 1951 wurde das KBA als Bundesoberbehörde für den Straßenverkehr errichtet.
Mit seiner Gründung wurden die Aufgaben von drei Vorgängerbehörden gebündelt. Dazu gehörte die im Jahr 1910 gegründete Sammelstelle über Nachrichten von Kraftfahrzeugführern, die als Vorgänger des Zentralen Fahrzeugregisters gilt.
Hinzu kam die 1934 eingerichtete Sammelstelle der Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen. Aus ihr entwickelte sich später das Fahreignungsregister. Die dritte Vorgängerinstitution war die Reichsstelle für Typprüfung, die 1937 ihre Arbeit aufgenommen hatte.
Mit dem Gesetz über die Errichtung eines Kraftfahrt-Bundesamtes vom 4. August 1951 entstand schließlich eine Behörde, die für alle drei Aufgabenbereiche zuständig war.
Zahl der Fahrzeuge stieg rasant
Im Gründungsjahr des KBA waren in Deutschland rund 2,5 Millionen Kraftfahrzeuge registriert. Anfang der 1970er-Jahre lag der Fahrzeugbestand bereits bei rund 17 Millionen und war damit nahezu siebenmal so groß.
Mit der zunehmenden Motorisierung stieg jedoch auch die Zahl der Verkehrstoten deutlich an. Bis zur Einführung des Punktesystems im Jahr 1974 wurden mehr als 21.000 Verkehrstote pro Jahr verzeichnet.
Das Punktesystem und die zunehmend verbesserte Sicherheit der Fahrzeuge zeigten in der Folge Wirkung. Die Zahl der Verkehrstoten ging über die Jahrzehnte deutlich zurück.
Im Jahr 2025 kamen bei einem Fahrzeugbestand von mehr als 61 Millionen Kraftfahrzeugen in Deutschland 2.814 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.
Für das KBA bleibt dennoch jedes Opfer eines zu viel. Das langfristige Ziel ist die sogenannte „Vision Zero“, also ein Straßenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte.
Aufgaben dienen der Verkehrssicherheit
Der gesamte Aufgabenbereich des Kraftfahrt-Bundesamtes ist auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit ausgerichtet. Millionen von Daten über Fahrzeuge und Verkehrsteilnehmer werden in den Zentralregistern der Behörde gespeichert und rund um die Uhr für Auskünfte genutzt.
Digitale Angebote sollen unterschiedlichen Nutzergruppen einen einfachen Zugang zu den Dienstleistungen des KBA ermöglichen. Gleichzeitig erstellt die Behörde detaillierte Statistiken über Kraftfahrzeuge, Kraftfahrer und den Güterverkehr.
Diese Daten bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Auch im Bereich der Fahrzeugtechnik übernimmt das Kraftfahrt-Bundesamt zentrale Aufgaben. Mit seiner fachlichen Kompetenz genehmigt es sichere Produkte, erkennt technische Mängel und sorgt dafür, dass gefährliche Fahrzeuge oder Fahrzeugteile aus dem Verkehr gezogen werden.
KBA richtet den Blick auf die Zukunft
Zum 75-jährigen Bestehen blickt das Kraftfahrt-Bundesamt nicht nur auf seine bisherige Arbeit zurück. Die Behörde hat zugleich Ziele und Strategien für die kommenden Jahre festgelegt.
Ein Schwerpunkt ist die digitale Transformation des Straßenverkehrs. Das KBA will diesen Wandel weiterhin aktiv begleiten. Dazu gehört die Beteiligung an nationalen und internationalen Arbeitsgruppen, die Grundlagen für sichere Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrzeuge entwickeln.
Auch die Verkehrssicherheit bleibt ein zentraler Aufgabenbereich. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung sicherer Fahrzeuge, ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr und die Unterstützung von Forschungsprojekten zu neuen Sicherheitstechnologien.
Darüber hinaus will das Kraftfahrt-Bundesamt seine internationale Zusammenarbeit weiter ausbauen. Ziel ist es, globale Herausforderungen der Verkehrs- und Fahrzeugsicherheit gemeinsam zu bewältigen.
Dazu gehören die Mitarbeit in internationalen Organisationen, die Zusammenarbeit mit anderen Staaten und die Beteiligung an grenzüberschreitenden Forschungsprojekten.
