Leiche im Auto – und der Fahrer wird per Haftbefehl gesucht
| von Thomsen / Foerde.news
Kiel – Im Kieler Ostuferhafen haben Beamte der Bundespolizei einen per Haftbefehl gesuchten Fahrer eines Bestattungswagens kontrolliert. Der 54-jährige lettische Staatsangehörige stand zur Ausreise nach Litauen an und hatte einen Sarg mit einem Leichnam an Bord. Eine zunächst drohende Haft konnte durch die nachträgliche Zahlung einer Geldstrafe abgewendet werden.
Am 16. Februar 2026 gegen 16.45 Uhr überwachte eine Streife der Bundespolizeiinspektion Kiel den Ausreiseverkehr im Ostuferhafen. Dabei kontrollierten die Beamten den 54-Jährigen, der mit einem Bestattungswagen auf die Fährpassage nach Litauen wartete. Die Überprüfung seiner Personalien ergab einen bestehenden Haftbefehl einer Staatsanwaltschaft in Hessen.
Hintergrund war eine Verurteilung des Mannes im Jahr 2021 wegen Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe in Höhe von 2250 Euro. Diese hatte er bis dahin nicht bezahlt. Bei weiterer Nichtzahlung drohten ihm 90 Tage Ersatzfreiheitsstrafe. Gegenüber den Beamten gab der Lette an, dass er den Betrag nicht aufbringen könne und daher wohl in Haft müsse.
Für zusätzliche Brisanz sorgte der Auftrag des Mannes: In dem Bestattungswagen befand sich ein Sarg mit einem Leichnam zur Überführung nach Litauen. Mitgeführte amtliche Unterlagen bestätigten den Sachverhalt. Vor diesem Hintergrund drängten die Bundespolizisten erneut darauf, nach Möglichkeiten zur Beschaffung der Geldsumme zu suchen.
Der 54-Jährige nahm daraufhin erneut Kontakt zu der Inhaberin seines Bestattungsunternehmens in Litauen auf. Diese erklärte sich bereit, ihm die ausstehende Summe zu überweisen. Das Geld konnte anschließend an einem Geldautomaten abgehoben und die fällige Geldstrafe in Höhe von 2250 Euro bezahlt werden.
Nach Begleichung der Forderung wurde der Haftbefehl aufgehoben. Der Mann konnte noch am Abend mit dem Bestattungswagen und dem Leichnam an Bord das Fährschiff nach Litauen nehmen, wie André Fischer von der Pressestelle der Bundespolizeiinspektion Kiel mitteilte.