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Flensburger Stadtjugendfeuerwehrwart kandidiert für den Landesposten

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Flensburg - Sascha Keßler hat immer ein offenes Ohr für seine Jugendlichen - egal ob es um die Feuerwehr geht oder etwas anderes - Foto: foerde.news

Wem die 1.12 durch seinen Geburtstag schon in die Wiege gelegt worden ist, der muss seinen Werdegang bei der Feuerwehr machen. Wie wir darauf kommen? Der Flensburger Sascha Keßler ist seit 1991 durchgängig in Leitungsfunktionen der Jugendfeuerwehr. Und nun bewirbt der 46-jährige sich auf den Posten des Landesjugendfeuerwehrwartes. Sollte seine Kandidatur Erfolg haben, wäre er für das Wohlergehen der Mitglieder aller Jugendfeuerwehren im Land und damit dem Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehren verantwortlich.  

Das, was Keßler leistet, kann man in Zahlen gut ablesen. Von einst 70 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr in Flensburg ist der Mitgliederstand mittlerweile auf 143 gestiegen. In Flensburg gibt es sechs Freiwillige Feuerwehren, die die Berufsfeuerwehr Flensburg bei diversen Einsätzen unterstützen. Jede dieser Feuerwehren betreibt eine Jugendabteilung, Kinder ab dem 11. Lebensjahr können mitmachen. Ab dem 17. Lebensjahr kann auf Wunsch ein sanfter Übertritt in den aktiven Dienst beginnen.

Aber auch sonst kümmert sich Sascha um die Kinder und Jugendlichen in den Feuerwehren. Dabei schreibt sich Sascha Keßler bestimmte Themen besonders weit oben auf seine Agenda, die er auch als Landesjugendfeuerwehrwart vertreten möchte. So ist ihm beispielsweise das Thema Inklusion sehr wichtig. Es können bei den Jugendfeuerwehren auch diejenigen Kids mitmachen, die es im Leben nicht leicht haben und mit einem Handicap auf die Welt gekommen sind. Dabei spielt es keine Rolle ob dies eine geistige oder körperliche Handicaps sind. Bis zu einem gewissen Grad können diese Kids mitmachen, je nachdem was sie sich selber zutrauen und eine Betreuung möglich ist. Ab dem 19. Lebensjahr, beim theoretischen Übertritt in die Aktive Feuerwehr, muss der Einzelfall entscheiden, wie sehr das Handicap im Einsatzdienst Grenzen setzt. „Wir wollen die Interessierten nicht loswerden oder aufs Abstellgleis stellen“, betont Keßler. „Nur die Sicherheit für alle geht vor“. „Wir nutzen Ressourcen, denn trotz Einschränkungen können viele sich mit ihren Stärken einbringen.“, so Keßler weiter. 2003 führte Sascha federführend für die Deutsche Jugendfeuerwehr hierzu einen weitreichenden Kongress in Flensburg durch.

Auch einige vorher nicht dagewesene Projekte konnte der Stadtjugendfeuerwehrwart auf die Beine stellen:

So hat er die sogenannte Nikolausübung aus dem Boden gestampft. Zum 6. Dezember eines jeden Jahres versammelt er „seine“ Jugendlichen gemeinsam mit den Jugendlichen aus anderen Blaulichtorganisationen, wie dem Technischen Hilfswerk und dem Deutsches Rotes Kreuz und lässt alle zusammen eine ausgedachte Großlagensituation durchführen. Dabei sind Dummys eingeklemmt oder andere Personen sind mit Verletzungen geschminkt und müssen „fiktiv“ gerettet werden. Dabei heißt es “Hand-in-Hand“ zu arbeiten und nicht gegeneinander. Mittlerweile leitet die Jugend diese Übungen und die Erwachsenen unterstützen.

„Was dabei immer wieder schön zu sehen ist, dass den Kindern und Jugendlichen egal ist, wie alt sein gegenüber, welche Hautfarbe es hat oder gar welches Geschlecht es liebt“, erwähnt Sascha Keßler mit Stolz.

Auch ein anderes Thema spricht er ernst an: Sollte es Kinder oder Jugendliche in den Wehren geben, die das gleiche Geschlecht lieben, sind diese immer Willkommen –  und sollte es Probleme geben, so hat Sascha Keßler immer ein offenes Ohr.  Dabei spielt es keine Rolle, ob die Probleme in der Schule, Familie oder in der Feuerwehr auftreten. Die Jugendfeuerwehrwarte/Innen reichen immer eine helfende Hand oder haben eine freie Schulter zum Anlehnen. Die queere Community ist bekannt für die Regenbogenfarben, die immer mit rot beginnen – so rot, wie bei uns die Feuerwehr! „UNSERE WELT IST BUNT“, lautet ein Projekt der Deutschen Jugendfeuerwehr. Toleranz, Verantwortung und Kameradschaft gelten als Säulen der ehrenamtlichen Arbeiten. Hier kennt Keßler kein Pardon.

„Das Netzwerken mit anderen Unternehmen, Organisationen aus der Blaulichtfamilie und der Bevölkerung ist mir wichtig, sagt Sascha“,“ Nur so kommen alle gemeinsam in den Vorbereitungen für die Einsatzabteilungen voran!“ Sein Netzwerk reicht über unsere Nachbarn im Königreich Dänemark nach Schweden, den Niederlanden, Österreich und Patenschaften unter anderem zur Kreisjugendfeuerwehr Unterallgäu.

Da Keßlers Tochter (selbstverständlich auch Mitglied der Feuerwehr) mittlerweile Erwachsen ist und auf eigenen Beinen steht, widmet er sich wieder mehr der Feuerwehr. Nach Rücksprache mit seiner Frau, selbstverständlich auch seit 1991 Mitglied der Feuerwehr, hat er sich als Landesjugendfeuerwehrwart beworben.

Neben seiner Arbeit als Food-Fachberater für die Gastronomie betont er aber auch, dass er sein gewähltes Amt als Stadtjugendfeuerwehrwart der Stadt Flensburg weiterhin mit Herzblut zu ende ausüben möchte und erhofft sich für das neue Amt auch weitere Inspirationen, die er beiderseits mit einbringen oder ausarbeiten kann.

Als Landesjugendwehrwart des SHJF steht Keßler nicht als Einziger auf der Liste zur Wahl. Sein Konkurrent stammt aus dem Kreis Segeberg.

Auch die Flensburger Oberbürgermeisterin, Simone Lange, unterstützt die Kandidatur: „Ich drücke Sascha Kessler fest die Daumen für seine Bewerbung als Landesjugendfeuerwehrwart. Er wäre ein großer Gewinn für den Landesverband und könnte sein Wissen und seine Kompetenz auf Landesebene für die gute Sache einbringen!“


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